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Unfall Steinweg - jetzt droht Haft
Bundesgerichtshof in Karlsruhe hob gestern Urteil des Kasseler Landgerichts auf
KASSEL / KARLSRUHE. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat gestern das Urteil im Steinweg-Prozess aufgehoben. Der Fall muss nun vor einer neuen Kammer des Kasseler Landgerichts verhandelt werden. Die dritte Strafkammer des Kasseler Landgerichts hatte im Februar 2004 einen 21-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren wegen fahrlässiger Tötung in drei Fällen, fahrlässiger Körperverletzung sowie Straßenverkehrsgefährdung verurteilt.

 

 
 
 
Der junge Mann, der nach Jugendstrafrecht verurteilt wurde, war für den Unfall am Kasseler Steinweg verantwortlich, bei dem die 16-jährige Sandra Weinhold, Tim Hofmann (16) und Timo Strogalski (18) im Dezember 2002 starben. Neben dem 21-jährigen Fahrer, der während des Unfalls über zwei Promille Alkohol im Blut hatte, überlebte die 18-jährige Tanja Elsasser schwer verletzt. Gegen das Urteil hatten neben der Staatsanwaltschaft auch die Nebenkläger Revision eingelegt. Mit der Aufhebung des Urteils sei der vierte Strafsenat des BGH der Argumentation der Staatsanwaltschaft und der Nebenkläger als Revisionsführer gefolgt, sagt der Kasseler Anwalt Jörg Estorf. Er ist einer der Nebenklägervertreter. Nach Auffassung des BGH habe das Landgericht Kassel einem festgestellten Halt an einer Ampel in der Fünffensterstraße eine rechtlich fehlerhafte Bedeutung beigemessen. Der Tatbestand der Freiheitsberaubung mit Todesfolge sei in dem Urteil mit einer unzutreffenden Begründung verneint worden. Wie die BGH-Richterin gestern in der mündlichen Verhandlung erklärte, drohe dem Angeklagten bei Annahme der Freiheitsberaubung mit Todesfolge in einer neuen Verhandlung eine Haftstrafe. Anwalt Estorf sagte nach der Verhandlung, die BGH-Richterin sei der Auffassung der Nebenkläger gefolgt, dass es wichtig sei, dem Angeklagten die Schwere der Tat sichtbar vor Augen zu führen. Die neben der Bewährungsstrafe angeordnete Entziehung der Fahrerlaubnis als einzige Reaktion sei hierzu sicherlich nicht ausreichend. „Mit den Angehörigen der drei Unfallopfer hoffe ich, dass diesem Aspekt nun in einer neu erforderlichen Verhandlung ausreichend Rechnung getragen wird.“

Online erschienen am: 21.01.2005 0:14


Online erschienen am: 21.01.2005 0:14
 

Ein denkwürdiger Tag für uns. Eine Entscheidung, die unser schwer angeschlagenes Rechtsempfinden wieder etwas positiver denken lässt. Wir danken all denen sehr, die dazu beigetragen haben.  Wir hoffen nun auf ein gerechtes Urteil.     

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